Bewegungswerk
PSFL - Methode
Psycho-Somatische FunktionsLehre (PSFL) nach Bet Hauschild-Sutter®
Die Psycho-Somatische FunktionsLehre (PSFL) – Psycho = Seele, Soma = Körper – nach der Methode Bet Hauschild-Sutter® ist eine ganzheitliche Bewegungsarbeit, die Körper, Bewegung, Wahrnehmung, Gefühl und Denken miteinander verbindet.
Die Methode orientiert sich an der menschlichen Bewegungsentwicklung – von den frühesten Bewegungsformen nach der Geburt bis hin zur Entwicklung des aufrechten Ganges. Dabei werden natürliche Bewegungsfunktionen aufgegriffen und für die persönliche körperliche und psychische Entwicklung nutzbar gemacht.
Bet Hauschild-Sutter, geboren 1914, entwickelte die Methode in den 1950er-Jahren und gilt als Pionierin der Bewegungsschulung. Die PSFL findet sowohl im präventiven als auch im therapeutischen Bereich Anwendung und kann Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen körperlichen und persönlichen Voraussetzungen begleiten.
Bewegung als Weg zur Körperwahrnehmung
Grundlage der Bewegungsarbeit bildet die phylogenetische und ontogenetische Bewegungsentwicklung des Menschen. Dabei werden Bewegungsformen aufgegriffen, die einerseits an die Entwicklungsgeschichte des Menschen erinnern, beispielsweise schlangenähnliche Bewegungen oder der Bärengang. Andererseits werden Bewegungsmuster aus der individuellen Entwicklung des Kindes einbezogen, wie Rollen, Drehen, Krabbeln und Aufrichten.
Diese elementaren Bewegungen bilden wichtige Voraussetzungen für Kraft, Koordination, Gleichgewicht und die Entwicklung des aufrechten Ganges. Durch das bewusste Erleben solcher Bewegungsabläufe können grundlegende Bewegungsmuster neu erfahren und weiterentwickelt werden.
Wahrnehmen statt Nachahmen
Die Bewegungen werden verbal angeleitet und nicht vorgezeigt. Dadurch entsteht kein Anspruch, eine Bewegung möglichst genau zu kopieren. Die Aufmerksamkeit bleibt vielmehr beim eigenen Körper und beim individuellen Bewegungserleben.
Jede Person kann die Anweisungen entsprechend den eigenen Möglichkeiten umsetzen. Dadurch werden Körperwahrnehmung, Eigenständigkeit und die Verbindung zwischen Denken, Wahrnehmen und Bewegen gefördert.
Das Ziel ist nicht die technisch perfekte Bewegung, sondern ein zunehmend bewusster und achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper.
Individueller Ausdruck und Bewegungsentwicklung
Ein zentrales Anliegen der PSFL ist es, Menschen darin zu unterstützen, ihren eigenen körperlichen Ausdruck zu entdecken und weiterzuentwickeln. Die Teilnehmenden lernen, körperliche Bedürfnisse und Empfindungen bewusster wahrzunehmen und ihre persönlichen Bewegungsmöglichkeiten zu erweitern.
Bestehende Bewegungsgewohnheiten und ungünstige Haltungsmuster können dabei erkannt und verändert werden. Auf diese Weise kann ein differenzierteres Körpergefühl und ein grösserer Bewegungsspielraum entstehen.
Musik als Gestaltungselement
Musik nimmt in der PSFL eine besondere Rolle ein. Sie dient nicht lediglich als Hintergrund oder als starrer Rhythmusgeber, sondern wird gezielt als gestalterisches Element eingesetzt.
Sie kann unterschiedliche Bewegungsqualitäten anregen, den persönlichen Ausdruck unterstützen und den Zugang zu Bewegung erleichtern. Gleichzeitig werden Gehör, Rhythmusgefühl und die Fähigkeit geschult, Bewegung und musikalische Impulse miteinander zu verbinden.
Körper- und Bewegungstherapie
Die Körper- und Bewegungstherapie verbindet die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper mit Bewegung, Wahrnehmung und persönlichem Ausdruck. Sie schafft einen Erfahrungsraum, in dem körperliche Empfindungen, Bewegungsmuster und innere Prozesse wahrgenommen und erforscht werden können.
Dabei steht die individuelle Person mit ihren Möglichkeiten und Ressourcen im Mittelpunkt. Bewegungen werden nicht vorgegeben, um ein bestimmtes Ideal zu erreichen, sondern so gestaltet, dass eigene Erfahrungen entstehen können.
Durch gezielte Bewegungsimpulse, Wahrnehmungsübungen und körperorientierte Arbeit können neue Bewegungsmöglichkeiten entdeckt und vertraute Muster bewusst gemacht werden. Der Körper wird dabei als wichtiger Zugang zu Wahrnehmung, Ausdruck und persönlichem Erleben verstanden.
Die Arbeit kann sowohl aktiv als auch passiv gestaltet werden. Während in der Bewegungsgestaltung die eigene Bewegung und Kreativität im Vordergrund stehen, ermöglicht beispielsweise die PSFL-Lösungsarbeit eine stärker passive Form der Körperwahrnehmung und Entspannung. Die verschiedenen Ansätze können sich ergänzen und individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden.
Aus der PSFL entwickelte Arbeitsbereiche
Aus den Grundlagen der Psycho-Somatischen FunktionsLehre haben sich verschiedene Arbeitsbereiche entwickelt:
- PSFL-Training
- Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik
- Bewegungsgestaltung
- Tanztherapie
- PSFL-Lösungsarbeit
- Körper- und Bewegungstherapie
Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Verbindung von Körper, Bewegung, Wahrnehmung, Gefühl und Denken. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch mit seiner individuellen Bewegungs- und Ausdrucksfähigkeit.
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